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Siemens HMI-Panels: Basic, Comfort oder Unified? Wie wählt man das richtige Panel und zahlt nicht zu viel?

Bevor du dich entscheidest: 7 Fragen, die Budget und Nerven sparen

Wenn du diese Fragen gleich zu Beginn beantwortest, wird meist schnell klar, ob ein Basic-Panel ausreicht oder ob du letztlich bei Comfort bzw. Unified landest.

Frage Was bedeutet das für die Auswahl
Wie viele Screens und Objekte wird das Projekt jetzt haben – und wie viele in 12–24 Monaten? Basic eignet sich hervorragend für einfache Anwendungen, aber ein „Wachstum“ des Projekts endet häufig mit einer Migration in eine höhere Geräteklasse.
Welche Alarme und welche Ereignishistorie werden benötigt? Projektlimits und der Komfort bei der Arbeit mit Alarmen und Archiven steigen mit der Geräteklasse und der WinCC-Umgebung.
Werden Rezepturen, Berichte, Benutzer und Berechtigungen benötigt? In der Praxis führt das schneller in Richtung Comfort/Unified als die reine Grafik.
Muss der Bediener mit Handschuhen und in einer anspruchsvollen Umgebung arbeiten? Beim Unified Comfort betont Siemens die Bedienung mit Handschuhen und die Erkennung von Bedienfehlern (z. B. Handflächen-Erkennung).
Wird ein einfacher Remote-Zugriff (Web) benötigt? Unified verfügt über integrierte Web-Clients und Remote-Zugriff „standardmäßig“ auf Geräteebene.
Ist eine spätere Erweiterung um Analytics oder Edge geplant? Unified Comfort ist als Edge-enabled Lösung positioniert (Industrial Edge).
Welche Steuerung wird eingesetzt und welche Ressourcen/Verbindungen stehen zur Verfügung? Bei einer Migration zu Unified können zusätzliche Anforderungen an Verbindungsressourcen und Konfiguration entstehen.

Kurzüberblick über die Serien: Basic vs Comfort vs Unified

Siemens beschreibt Basic als Serie für einfache Anwendungen mit begrenzter Komplexität, während Comfort für anspruchsvollere Visualisierungsaufgaben konzipiert ist – mit höherer Leistung und verschiedenen Hardwarevarianten (z. B. IP65 oder spezielle Ausführungen).

Unified hingegen ist eine neuere Generation, basierend auf WinCC Unified und dedizierten Unified Basic und Unified Comfort Panels, die als neue Visualisierungsplattform von Siemens entwickelt wurden.

Vergleich „in der Praxis“

Kriterium SIMATIC HMI Basic SIMATIC HMI Comfort SIMATIC HMI Unified Basic / Unified Comfort
Beste Einsatzbereiche  Einfache Maschinen, begrenzte Projektstruktur Komplexere Visualisierungen auf Maschinenebene Neue Projekte mit Anforderungen wie Web-Zugriff, Multitouch, Erweiterbarkeit und Funktionsvereinheitlichung
Projektcharakter  „Es soll funktionieren, günstig und stabil sein“ „Es soll Erweiterungen und komfortable Bedienung ermöglichen“ „Modern, skalierbar, mit Web-Funktionalität und optionaler Edge-Integration“
Entwicklungsumgebung  WinCC im TIA Portal (abhängig von der Klasse) WinCC im TIA Portal + hohe Geräteperformance WinCC Unified + Unified Panels als neue Plattform
Remote-Zugriff  Abhängig von Projektlösung Abhängig von Projektlösung Integrierte Web-Clients: Unified Basic unterstützt 1 Client, Unified Comfort 2 (max. 3 gleichzeitig)
Hardware / Ergonomie  Ausreichend für einfache Anwendungen Leistungsfähig für komplexere Aufgaben; Siemens bietet verschiedene Varianten (z. B. IP65) Multitouch, „Comfort-DNA“, Sicherheits- und Firmware-Updates über TIA Portal / Automation Tool, Edge-enabled (bei Comfort)

Wann Basic sinnvoll ist – und wann es eine „falsche Ersparnis“ ist

Basic ist die richtige Wahl, wenn die Visualisierung einfach sein soll, die Anzahl der Screens gering ist und die Projektstruktur begrenzt bleibt. Siemens weist ausdrücklich darauf hin, dass Basic für einfache HMI-Applikationen mit begrenzter Komplexität geeignet ist.

In diesem Szenario profitierst du tatsächlich von geringeren Kosten und kürzerer Implementierungszeit, und in der Instandhaltung gibt es weniger Elemente, die gepflegt werden müssen (weniger komplexe Logik im HMI, weniger Abhängigkeiten).

Das Problem beginnt, wenn das Projekt nach 3–6 Monaten um Rezepturen, Benutzerverwaltung, Diagnosefunktionen, Archive und eine größere Anzahl an Variablen erweitert wird. Die Einschränkungen machen sich dann nicht sofort bemerkbar, sondern zeigen sich in Form ständiger Kompromisse im Projekt.

In der WinCC-Dokumentation veröffentlicht Siemens Tabellen mit Systemlimits für Geräte und HMI-Klassen (z. B. für Basic und Comfort). Diese Tabellen sind die beste Möglichkeit zur Risikobewertung vor dem Kauf.

Comfort — wann sich der Aufpreis lohnt

Comfort ist die richtige Wahl, wenn die Visualisierung ein echtes Arbeitswerkzeug für Bediener und Instandhaltung sein soll: mehr Screens, komplexere Objekte, intensivere Arbeit mit Alarmen und Rezepturen sowie höhere Anforderungen an Performance und Bedienkomfort.

Siemens beschreibt Comfort Panels als Lösungen für anspruchsvollere Visualisierungsaufgaben, mit höherer Leistung und verschiedenen Hardwarevarianten, darunter auch IP65-Ausführungen.

In der Praxis ist Comfort auch dann vorteilhaft, wenn mehrere ähnliche Maschinen eingesetzt werden und Lösungen wiederverwendet werden sollen. Ein größeres Projekt ist dann im Betrieb weniger problematisch, und Integratoren haben mehr Spielraum für Erweiterungen, ohne die Architektur komplett neu aufbauen zu müssen.

Unified — wann es die beste Wahl ist (und für wen)

Unified ist besonders sinnvoll bei neuen Projekten, in denen du direkt in das neuere WinCC Unified Ökosystem einsteigen möchtest und Funktionen nutzen willst, die Siemens als Vorteile der neuen Generation hervorhebt: Multitouch-Bedienung, Web-Remote-Zugriff und eine konsistente Funktionsbasis über verschiedene Geräte hinweg.

Siemens gibt unter anderem an:

  • Unified Basic und Unified Comfort decken unterschiedliche Preis- und Leistungsbereiche ab
    (Basic von 4" bis 12", Comfort von 7" bis 22").

  • Remote-Zugriff ist integriert über Web-Clients:
    Unified Basic unterstützt 1 Web-Client,
    Unified Comfort 2 Web-Clients (bis zu 3 gleichzeitig).

  • Unified Comfort ist Edge-enabled (Industrial Edge), was die Erweiterung von Funktionen und die Datenverarbeitung direkt an der Maschine erleichtert.

Siemens betont außerdem das Konzept „Comfort DNA remains“, also die Beibehaltung bekannter Comfort-Eigenschaften (z. B. automatisches System-Backup).

Wenn in einem Unternehmen der Bedarf an Remote-Support, Diagnosefunktionen und einer vereinheitlichten Visualisierungsstrategie wächst, ist Unified oft schneller die bessere Lösung, als zusätzliche Lösungen rund um ältere Architekturen aufzubauen.

Wichtiger Implementierungshinweis:
In den Migrationsunterlagen weist Siemens darauf hin, dass der Wechsel zu Unified Comfort in manchen Fällen mehr Ressourcen auf der Steuerungsseite erfordern kann (z. B. Kommunikationsverbindungen) als klassische Comfort Panels. Bei kleineren CPUs sollte dies bereits in der Projektphase überprüft werden.

Einfache Entscheidungsmatrix: Was in typischen Szenarien wählen?

Szenario Meist die beste Wahl
Eine Maschine, wenige Screens, grundlegende Taster/Statusanzeigen, einfacher Alarm      Basic
Maschine mit Rezepturen, erweiterter Diagnose, mehr Screens und mehr Tags      Comfort
Multitouch, integrierter Web-Remote-Zugriff und ein modernes, einheitliches System      Unified Basic / Unified Comfort
Geplante Erweiterung um Edge-Funktionen oder Maschinen-Analytics      Unified Comfort

FAQ: Häufige Fragen vor dem Kauf

Ist Unified der „Nachfolger“ der klassischen Panels?
Siemens beschreibt WinCC Unified als ein neues Visualisierungssystem und weist darauf hin, dass das Unified-System die neuen Unified Basic und Unified Comfort Panels umfasst. Die Unified Panels sind als Weiterentwicklung des bestehenden HMI-Portfolios positioniert.

Habe ich in Unified Remote-Zugriff ohne zusätzliche Software?
Laut Siemens sind Web-Clients integriert:
Unified Basic unterstützt 1 Web-Client,
Unified Comfort 2 Web-Clients (bis zu 3 gleichzeitig).
Damit sind Remote-Bedienung und Monitoring direkt möglich.

Ist Comfort immer besser als Basic?
Nicht unbedingt. Wenn die Anwendung einfach ist und nicht erweitert werden soll, kann Basic die kosteneffizientere Lösung sein. Siemens beschreibt Basic ausdrücklich als Lösung für einfache Anwendungen mit begrenzter Komplexität.

Gibt es feste Projektlimits (Alarme, Objekte, Tags)?
Ja. Siemens veröffentlicht Tabellen mit Systemlimits für verschiedene Geräteklassen und Runtime-Umgebungen. Es lohnt sich, diese vor dem Kauf für das konkrete Modell zu prüfen, da sie eine schnelle Bewertung möglicher Einschränkungen ermöglichen.

Kann der Wechsel von Comfort zu Unified Änderungen an der Steuerung erfordern?
In den Migrationsunterlagen weist Siemens darauf hin, dass Unified Comfort mehr Ressourcen (z. B. Kommunikationsressourcen) als klassische Comfort Panels benötigen kann. Bei kleineren CPUs sollte dies bereits in der Projektphase berücksichtigt werden.

Wie geht es weiter: ein kurzer „Brief“ für die richtige Auswahl

Wenn du ein Panel auswählen möchtest, ohne in sechs Monaten erneut migrieren zu müssen, lohnt sich eine kurze Spezifikation:
Anzahl der Screens heute und zukünftig, Anzahl der Alarme, Rezepturen oder Reports, Anzahl der Benutzer, Anforderungen an Remote-Zugriff, Arbeitsumgebung (z. B. Handschuhe, IP-Schutzklasse), PLC-Typ sowie Kommunikationsanforderungen.

Auf dieser Basis lassen sich meist sofort 2–3 passende Modelle identifizieren – ohne unnötige Kosten oder spätere Projektmigrationen.

Wenn du konkrete Modelle suchst, sieh dir unser Angebot an HMI-Panels an: Siemens SIMATIC HMI

Alternative: Allen-Bradley HMI Panels (PanelView)

Wenn du im Rockwell / Logix Ökosystem arbeitest (ControlLogix, CompactLogix), sind Allen-Bradley Panels der PanelView-Serie oft die natürliche Wahl.

In der Praxis begegnet man meist zwei Ansätzen: PanelView Plus 7, bei dem Anwendungen in FactoryTalk View Machine Edition erstellt werden, sowie der neueren PanelView 5000 Serie, die eng in Logix integriert ist und das Studio 5000 View Designer Umfeld für die Erstellung von HMI-Screens nutzt.

Wenn deine Anwendung eng mit Rockwell Integrated Architecture und den entsprechenden Engineering-Tools verbunden sein soll, ist PanelView oft einfacher zu warten als ein HMI aus einem anderen Ökosystem.

Wenn du konkrete Modelle suchst, sieh dir unser Angebot an HMI-Panels an: Allen-Bradley PanelView

Alternative: Pro-face (Schneider Electric)

Pro-face ist eine HMI-Marke von Schneider Electric, die besonders in Maschinenanwendungen verbreitet ist, in denen breite Kompatibilität und ein umfangreiches Panel-Portfolio wichtig sind. Zum Angebot gehören unter anderem die Serien GP (z. B. GP4000), Basic HMI (ST / STM6000) sowie modulare Lösungen (SP5000). Ergänzt wird dies durch Tools für den Remote-Zugriff, wie Pro-face Connect / Remote HMI.

Wenn du nicht im TIA/WinCC-Ökosystem arbeitest oder mit einer gemischten Steuerungslandschaft arbeitest, kann Pro-face eine sinnvolle Alternative sein – siehe auch unseren Leitfaden zur Auswahl von Pro-face Panels.

Wenn du konkrete Modelle suchst, sieh dir unser Angebot an HMI-Panels an: Pro-face

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